BMW und fischertechnik

Leichtmetallgießerei der BMW Group

Virtueller Testlauf mit fischertechnik Modell optimiert reale Inbetriebnahme

In der Leichtmetallgießerei des Werks Landshut der BMW Group sollen die Anläufe der Produktionsanlagen mit Hilfe von zwei Maßnahmen sicherer und effizienter gestaltet werden: Standardisierung und virtuelle Inbetriebnahme. Durch das Zusammenspiel dieser beiden Projekte soll die Projektierungszeit und Inbetriebnahmephase verkürzt und die Anlaufqualität der Anlagen erhöht werden. 

Im Bereich Standardisierung geht es darum, die Anlagentechnik übergreifend nach immer gleichen Rahmenbedingungen – bezogen auf Hard- und Software – zu erstellen. Dabei soll die Software immer die gleichen Grundfunktionen beinhalten und sich in Struktur und Ausführung von Anlage zu Anlage nicht unterscheiden. Zusätzlich notwendige individuelle Applikationen werden über einen definierten Bausteinkatalog zur Verfügung gestellt, aus welchem sich dann der externe Anlagenprogrammierer bedient. Dasselbe Prinzip gilt für die Visualisierung und Bedienlogik der Fertigungsanlage. Bei der virtuellen Inbetriebnahme (VIBN) wird die Anlagenprogrammierung vor der Realisierung virtuell getestet, unter anderem anhand eines virtuellen Abbildes. Dadurch lassen sich mögliche Fehler im Programm und Ablauf schon vor der realen Inbetriebnahme entdecken und beheben. 

Um die komplexen Abläufe transparent zu machen, greifen die Spezialisten der BMW Group auf ein Fabrikmodell von fischertechnik zurück. Es besteht aus einer Produktionsanlage im Miniaturformat mit verschiedenen Fertigungsschritten, die über ein Transportband und einen Vakuumsauggreifer miteinander verbunden sind. Das Modell enthält eine Sortierstrecke, Fräszelle, das Hochregallager und die simulierte Wärmebehandlung – alles Arbeitsschritte, die auch in der Leichtmetallgießerei anfallen. Angeschlossen an eine speicherprogrammierbare Steuerung (SPS) vollzieht die Miniatur-Fabrik die von der Software vorgegebenen Fertigungsschritte. Auch während der Entwicklungsphase von Standardbausteinen für weitere Applikationen dient das fischertechnik Modell zum Validieren und Testen sowie zum realitätsnahen Nachstellen von  Fertigungsabläufen.
 

Unternehmensprofil

Die Leichtmetallgießerei der BMW Group wurde Ende der 80er Jahre von München ins Werk Landshut verlegt. Pro Jahr entstehen hier mehr als fünf Millionen Guss-Komponenten aus Aluminium und Magnesium mit einem Gesamtgewicht von rund 86.000 Tonnen. Zum Produktionsumfang zählen Motorkomponenten wie Zylinderköpfe oder Kurbelgehäuse, aber auch Strukturbauteile für die Fahrzeugkarosserie wie Längsträger, Heckklappenrahmen oder Gussknoten. Die Leichtmetallgießerei ist Teil des 2015 im Werk Landshut errichteten Leichtbauzentrums.
 
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